Der Feminismus IST der Teufel

Still EINE FLEXIBLE FRAU

“DER FEMINISMUS“ – und die damit verbundenen POLITISCHEN Forderungen – das PROJEKT der Emanzipation der Gesellschaft durch AUFKLÄRUNG und Analyse asymmetrischer Geschlechterverhältnisse und der konkreten BEFREIUNG aus heteronormativen Zwängen – ist auf den Hund gekommen. Das kurze Versprechen der 90er Jahre – ein androgynes, queeres, VAGES POSTFEMINISTISCHES Gefühl hat sich in eine abgerockte NEO LIBERALE und KONSERVATIVE Maggie Thatcher Fratze verwandelt: there is no such a thing as society.

Und WEISST DU noch wie FROH (NAIV) wir ALLE waren über die neuen Freiheiten und Begrifflichkeiten in den 90ern? Diskussionen über KONKRETE Ungleichheiten, wurden auf ANDERE gesellschaftliche GRUPPEN verlagert. Durch den Begriff des Postfeminismus wurde suggeriert, dass auch die sozio-politischen Ziele des „FEMINISMUS“ erreicht wären. Gesellschaft gibt es nicht, genau! “Frauen” und “Männer” sind gleichberechtigt, die Kämpfe der Frauenbewegung der 70er Jahre LETZTES Jahrhundert und der Begriff der GESELLSCHAFTLICHEN EMANZIPATION – war da was?

Der derzeitig propagierte Feminismus ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine konservative Emanzipation. DENN trotz der Zahlen und Fakten wird die Geschlechterhierarchie geleugnet und das Gegenteil behauptet. Dabei ist offensichtlich, dass der Arbeitsmarkt weiterhin zwischen Männern und Frauen differenziert. Am eklatantesten zeigt sich dies in der Überzahl von Frauen in Teilzeit. 80 % aller Teilzeitarbeitsplätze werden von Frauen besetzt. Teilzeit ist schlechter bezahlt und es gibt weniger Aufstiegschancen. Frauen werden dort hinein gedrängt, weil es keine Betreuungsplätze für ihre Kinder gibt aber auch, weil Väter nach wie vor Betreuungsarbeit verweigern.

Gleichzeitig ist OFFENSICHTLICH, dass Frauen heutzutage Zugang zu Jobs, Geld, Karriere, ja sogar zur Macht haben und diese strategisch zu nutzen wissen. Sie sind FREI.

Wir leben in einer heteronormativen sexuellen, neoliberalen postdemokartischen Matrix WOW, die alles umspannt, die permanent Bilder produziert, die Teilhabe und Erfolg versprICHt. Ja so leben wir hier im WESTEN. Alles liegt offen vor uns. Die Chancen sind da, wir müssen sie nur ergreifen. DIE GESELLSCHAFT GIBT ES NICHT. DAS KAPITAL hat auch den FEMINISMUS gekapert und ihn in einen aggressiven Lifestyle ,in einen Dildos-in-Handtaschen-Feminismus verwandelt. In einen ZOMBIE, der das Bild der emanzipierten, jungen erfolgreichen, sexy Frau/MUTTER propagiert und einfordert. Dieser entpolitisierte Feminismus, ein Sherryl-Sandberg-Pseudo-Feminismus suggeriert Teilhabe und Gleichberechtigung in der ARBEITSWELT durch ANPASSUNG an ein überkommendes Frauenbild: beflissen, elastisch, flexibel. Das Problem des heutigen neo-feministischen und konservativen Gleichberechtigungsdiskurses ist AUCH die erneute Einschreibung der Differenz von “Frauen” und “Männern” innerhalb dieser heteronormativen weissen, bürgerlichen neo-konservativen Matrix. WOW.

REALE Frauen WERDEN real diskriminiert. Aber das liegt das nicht unbedingt an REALEN Männern, sondern an heteronormativen Strukturen, die Machtstrukturen reproduzieren inklusive der ins System integrierten Frauen.

ÜBERWINDE DAS SYSTEM. Es geht NICHT/AUCH darum, dass Frauen den gleichen Zugang zu Geld und Macht haben. Diese PHANTASIE von Gleichberechtigung bestätigt ein paternalistisches System. EMANZIPATION will viel mehr, sie hat einen utopischen Kern. Es geht um die Befreiung aus autoritären Strukturen und das gilt für ALLE Geschlechter.

Ein Feminismus der Gleichberechtigung fordert, aber DIE GESELLSCHAFT nicht in Frage stellt in der diese Gleichberechtigung stattfindet – eine Gesellschaft, die auf Ausschluss und Diskrimierung basiert, kann kein Feminismus sein.

Wir brauchen einen all-inklusive-Feminismus oder besser: ”FEMINISM IS FOR EVERYBODY”* *wie die berühmte Feministin bell hooks es nennt. Ein Feminismus, der Männer integrieren kann und ALLE ANDEREN, die unter der Dominanz einer “male, white, heterosexuellen” Position genauso leiden wie die Frauen, denen sie begegnet. Das wäre ein Feminismus, der neben Gender/Geschlecht auch “Herkunft/RACE” und “Klasse/CLASS” integriert UND EINE UTOPIE DER BEFREIUNG IN SICH TRÄGT.

Ein Feminismus, der es Ernst meint ist ein Feminismus, der die EMANZIPATION der Gesellschaft will. ES ist ein Feminismus, der widerständig ist. Dieser Feminismus BLEIBT der TEUFEL.

* bell hooks, Feminism is for everybody